Fotografieren.li

Fehler

Die häufigsten Aufnahmefehler

Die Bilder sind zu dunkel

Vor allem bei sehr dunklen Lichtverhältnissen (z.B. Landschaften bei Mondlicht oder völliger Dunkelheit) geraten die Fotos häufig zu dunkel. So produziere ich selbst immer wieder eine Unzahl von Aufnahmen, auf denen kaum ein Schimmer von Helligkeit erkennbar ist. Die Ursachen dafür sind unterschiedlich:

· Der Belichtungsmesser der Kamera kann falsche Werte angeben.

Lichteinfall ins Sucherokular oder gar die Beleuchtung der Sucheranzeige kann eine hellere Bildsituation vortäuschen. So kommt es bei meiner Sigma vor, dass sie gar bei aufgesetztem Objektivdeckel und abgedecktem Okular nur gerade vier Sekunden belichten möchte.

· Der Reziprozitätsfehler des Filmes wurde falsch eingeschätzt. Filme mit großem Reziprozitätsfehler müssen bei längeren Verschlusszeiten kräftig überbelichtet werden. Wenn Ihre Kamera 30s noch als angemessen findet, sind bei solchen Filmen mehrere Minuten Belichtungszeit erforderlich. Dann gibt es in Gottes Namen noch die Filme, die unterhalb einer gewissen Helligkeitsstufe praktisch nichts mehr abbilden. Da können Sie noch so lange belichten.

· Der Verschluss wurde vor Ablauf der Belichtungszeit geschlossen. Das Offenhalten des Verschlusses benötigt Strom. Wenn die Batterie Ihrer Kamera nicht mehr die jüngste ist, und draußen vielleicht noch arktische Temperaturen herrschen, legt sich die Kamera frühzeitig schlafen und der Verschluss schließt sich.

· Das Ganze dauert Ihnen zu lange. Vor allem, wenn Sie eine Reihe von Aufnahmen machen möchten, die alle mehrere Minuten belichtet werden sollten, geht es Ihnen vielleicht wie mir: Sie denken, ein bisschen weniger tut's auch! Und Sie belichten durchwegs zu kurz, damit Sie schneller nach Hause kommen. Mit dem Resultat, dass dadurch vielleicht gleich alle Aufnahmen unbrauchbar - sprich zu dunkel - geworden sind.

Die Kontraste sind zu stark

Das liegt vor allem daran, dass wir mit unserem Auge die Kontraste schlecht abschätzen können. Wir schauen mit unseren Augen punktuell. D.h. wenn wir einen dunklen Gegenstand betrachten, öffnet sich unsere Pupille von selbst; betrachten wir die helle Lampe daneben, schließt sich unsere Irisblende. Das macht sie selbsttätig, und ohne, dass wir etwas davon bemerken.

Nun soll aber der Film die gleiche Situation, die wir soeben mit verschiedenen Pupillenweiten betrachtet haben, mit einer einzigen Blendenöffnung abbilden. Damit ist unser Film eben häufig überfordert. Weichen die Helligkeitswerte der dunklen und hellen Flächen um mehrere Stufen voneinander ab, können in einer Aufnahme nicht beide richtig belichtet werden.

Telkabine_1

Telkabine_3

Telkabine_2

Sigma SA-300N, ca. 135mm, Blende 5.6, 1/4 - 0.7s, Fujichrome100 Sensia.

Ziel der Aufnahme: Die warmfarben beleuchtete Telefonkabine soll einen Blickpunkt bilden im kühlfarbenen Umgebungslicht.

- Erste Aufnahme: 12. Dezember, 15.30 Uhr. Noch zu früh. Die Umgebung ist fast gleich hell wie die beleuchtete Kabine. Vom Hintergrund sind zu viele Details erkennbar, die vom Blickpunkt ablenken. Der Farbkontrast ist noch relativ schwach.

- Zweite Aufnahme: 16.10 Uhr. Etwas zu spät. Die blaue Lichtfarbe der Dämmerung ist beinahe der dunklen Nacht gewichen. Der gewünschte Farbkontrast kommt nicht zur Geltung.

Der Hell-Dunkel-Kontrast zwischen der Umgebung und der beleuchteten Kabine ist sehr groß geworden. Belichten wir die Kabine richtig, wird der Hintergrund praktisch schwarz abgebildet. Belichten wir auf das nun sehr schwache Umgebungslicht, wird die Kabine hoffnungslos überbelichtet.

- Dritte Aufnahme: 13. Dezember, 16.00 Uhr. Die gemessenen Belichtungswerte zwischen der Kabine und dem Hintergrund weichen ca. eine Blendenstufe voneinander ab. Von der Umgebung ist genügend erkennbar, ohne zuviel vom Blickpunkt abzulenken. Der Farbkontrast ist optimal.