Fotografieren.li

Bildgestaltung

Bildgestaltung

Da bei Nachtaufnahmen häufig nur wenige Details im Bild erkennbar sind, ist die Bildgestaltung um so wichtiger. Kontraste, Bildaufteilung, Platzierung der Motive und die Linienführung fallen häufig stärker ins Gewicht als bei Tageslichtaufnahmen. Noch mehr gilt das, wenn Sie mit SW-Film arbeiten.

Regeln der Bildgestaltung

· Beschränken Sie sich auf möglichst wenige Details. Die Kunst der Gestaltung ist das »Weglassen«.

· Vermeiden Sie es, zwei oder mehrere gleichgewichtige Elemente ins Bild zu nehmen.

· Schaffen Sie einen Blickpunkt, den Sie nach der »Zwei-Drittel-Regel« positionieren.

· Teilen Sie das Bild durch den Horizont nicht in zwei flächengleiche Hälften.

· Suchen Sie nach Linien, die in das Bild hineinführen.

· Diagonal verlaufende Linien ergeben einen dynamischen Aspekt, waagrechte vermitteln ein Gefühl von Ruhe und Ordnung.

· Vermeiden Sie eine flächengleiche Abbildung von kontrastierenden Farben.

· Bilden Sie bei Landschaftsaufnahmen etwas Vordergrund mit ab, es gibt dem Bild den Eindruck von Tiefe.

Irchel_Sternfilter

A1, 28mm, Blende 2.8, ca. 60s, Interchrome100.

Beispiel von horizontaler Symmetrie. Die geometrische Ordnung dominiert auch bei der Landschaftsaufnahme die Bildwirkung und gibt ihr etwas Strenges.

Zug_Schwerzi_Ampel

A1, 50mm, Blende 2.8, ca. 10s, Ektachrome100 Elite II.

Durch die Position der Kamera zeigen die Lichtspuren des Zuges diagonal verlaufende Linien. Diese ergeben eine dynamische Wirkung, die das Vorbeibrausen des Zuges ins Bild übertragen helfen.

Sitzbank Blaue Stunde Seeüfer Blickpunkt

SA-300N, 70mm, Blende 5.6, 1/4s, Agfachrome CTx100.

Die Farbe Rot kann sich auch bei blauem Umgebungslicht noch gut durchsetzen. Richtig platziert und flächenmäßig klein gehalten, kommt sie als Blickpunkt gut zur Geltung.

Bauernhaus bei Nacht

Zeltplatz

A1, 90mm, Blende 4.0, ca. 5s, MChrome (Fuji) 100. Unten: SA-300N, 35mm, Blende 5.6, ca. 10s, Ektachrome100.

Die beleuchteten Fenster zeigen die Komplementärfarbe zum Blau des Umgebungslichtes. Mit der Lage im Bild (2/3-Regel) ergeben sie einen perfekten Blickfang. Beim Betrachten des Bildes geht der Blick zuerst zu den Fenstern, wandert von da aus über das Bild und kehrt immer wieder zu ihnen zurück.