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Fotofilter

Farbfilter, Effektfilter

Konvertieren und Korrigieren

Für die meisten Nachtaufnahmen sind Filter nicht erforderlich. Haben Sie auf Ihren Objektiven UV- oder Skylight-Filter montiert (Fotohändler verkaufen sie gerne als Objektivschutz), lassen Sie diese besser zu Hause. Sie verschlechtern nur die Abbildungsleistung und erhöhen die Gefahr von Streulichteinfall. Mit Farbstichen durch Ultraviolettstrahlen müssen Sie bei Tageslicht selten, in der Nacht schon gar nie rechnen.

Farbige Filter dienen dazu, die vorhandene Lichtfarbe an die spektrale Empfindlichkeit der Farbfilme anzupassen. Auf Deutsch: Sie sollen Farbstiche verhindern. Im Prinzip bewirken diese Filtern, was beim Sehvorgang »automatisch« erfolgt: den »Weißabgleich«. Ein Blatt Papier soll auf dem Foto bei jedem Licht weiß erscheinen.

Mit einem Konversionsfilter können Sie Kunstlichtaufnahmen mit einem Tageslichtfilm machen. Aufnahmekorrektur- oder Farbkorrekturfilter sind viel heller. Sie dienen quasi der »Feinanpassung«, vorwiegend bei verschiedenen Tageslichtverhältnissen.

Wer mit Diafilmen fotografiert, wird bei dominantem Licht von Glühlampen etwa zu einem Blaufilter greifen, um den rötlichen Farbstich zu korrigieren. Die Kodak Wratten 80A- und B-Filter dienen üblicherweise zur Kompensation von Kunstlicht dieser Art. Sie eignen sich mit ihrem Blau aber auch gut, um das kühle Nachtlicht noch zu verstärken.

Die Filter lassen sich auch kombinieren. Ein mittlerer und ein schwacher Blaufilter ergeben übereinandergelegt einen starken Blaufilter. So muss man nicht die ganze Palette anschaffen.

Falls Sie mit einem Kunstlichtfilm einzelne Aufnahmen bei Tageslicht machen müssen, existieren auch für diesen Zweck Konversionsfilter (Kodak-Filter der Reihe 85). Ebenso gibt es eine Reihe von Ausgleichsfiltern für die verschiedenen Leuchtstoffröhren. Für Professional-Filme sind Tabellen erhältlich mit Angaben zur Filterung der einzelnen Lichtfarben. Meistens müssen mehrere Filter kombiniert werden, z.B. ein schwacher m- und ein starker c-Filter für Warm-White-Leuchtröhren.

Tendiert ihr Diafilm bei Langzeitaufnahmen zu einem störenden Farbstich, müssen Sie ihn ebenfalls auskorrigieren. Dazu benutzt man einen Filter mit der Komplementärfarbe des Farbstiches. Ein grüner Stich z.B. wird mit einem magentafarbigen Filter kompensiert. Haben Sie einen Farbkreis zur Hand, finden Sie die Farbe des Filters der Farbe des Farbstiches gegenüberliegend.

Solche Filter gibt es in verschiedenen Dichten. Die Dichte richtet sich nach der Stärke des Farbstiches.

Die Verlängerungsfaktoren der Filter werden bei den heutigen Spiegelreflexkameras automatisch berücksichtigt, da sie die Belichtung durch das Objektiv messen (TTL). Sie müssen die Faktoren allerdings mit einkalkulieren, wenn Sie die Belichtungszeit auf Stellung "B" selbst bestimmen. Machen wir z.B. dieselbe Aufnahme einmal ohne Filter und einmal mit einem 80B, so ist die Verschlusszeit beim zweiten Mal doppelt so lang zu wählen. Geraten Sie durch die Verlängerung zudem in den Bereich, in dem wir den Schwarzschildeffekt zu berücksichtigen haben, erhöht sich die Belichtungszeit nochmals.

Wenn Sie den Hintergrund farblich verfremden, den Vordergrund aber farbrichtig wiedergeben wollen, benötigen Sie zwei komplementäre Farbfilter, sogenannte Color-Back-Filter. Vor das Objektiv setzen Sie die Filterfarbe, in der der Hintergrund auf dem Bild erscheinen soll. Vor das Blitzgerät montieren Sie den Komplementärfilter. Dieser hebt den Farbstich des ersten Filters auf, aber natürlich nur bis zur Distanz, die das Licht des Blitzgerätes erreicht. Der Rest des Bildfeldes behält die Farbe des Filters vor dem Objektiv. Mögliche Filterkombinationen sind:

Lila und Gelb, Orange und Blau.

Diese beiden Kombinationen sind von Cokin erhältlich.

Schwarzweißfilme, die für Infrarot empfindlich sind, müssen durch einen sehr dunkelroten oder einen speziellen IR-Filter belichtet werden.

B+W bietet verschiedene Sperrfilter für Infrarotmaterial an. Es handelt sich dabei um verschiedene Rotfilter mit Verlängerungsfaktoren von 5x bis 40x. Zwei schwarze Filter sind gedacht für Schwarzweiß-Material mit einer Empfindlichkeit bis 1000nm bzw. für Infrarot-Spezialfilme, die bei 1000-1200nm ihre höchste Empfindlichkeit erreichen.

Für Color-Infrarotfilme produziert B+W einen Orangefilter als Sperrfilter. Er absorbiert kurzwellige Strahlung bis blaugrün. Izumar empfiehlt den Rotfilter 25A; der Orangefilter G15 führe zu einer Differenzierung der Grünwerte und der warmen Farbtöne.

Konvertieren

Canon A1, 400mm, Blende 6.7, 1/4s. Fujichrome1600 Provia.

Schnappschuss in einem Sportcenter. Der Grünstich stammt von Leuchtstoffröhren. Besonders bei Aufnahmen von Personen ist er höchst unerwünscht.

Filter Farbfilter

Die gebräuchlichsten Konversions- und Farbkorrekturfilter.

Hoja und Vivitar verwenden die Bezeichnungen von Kodak. Daneben werden auch Filter der Firmen B+W und Agfa verwendet.

B+W bezeichnet bläuliche Konversionsfilter als KB-, Agfa als CTB-Filter (Color-Temperaturfilter-Blau).

Farbkorrekturfilter werden von Agfa als LC- oder AK-Filter (Aufnahmekorrekturfilter), von Kodak als CC-Filter (Color compensation filters) bezeichnet.

Sie stehen in abgestuften Reihen der Farben Gelb (y), Cyan (c), Magenta (m), Blau (B), Grün (G) und Rot (R) zur Verfügung.

Diese Filter werden auch gebraucht zum Ausgleich des Farbstiches bei Langzeitbelichtungen. Ein 10y-Filter ist dabei ein schwacher Gelbfilter, ein 80c ein stark eingefärbter Blaugrün-Filter.

Effektfilter - alles nur Show

Ein beliebter Filter für Nachtaufnahmen ist der Sternfilter. Je nach Hersteller wird er auch als Gitter- oder Cross-Screen-Filter bezeichnet. Er macht aus jeder starken Lichtquelle einen Stern mit mehr oder weniger Strahlen. Ich selber bevorzuge den Filter mit zwei oder vier Strahlen, mehr wirken leicht kitschig.

Übrigens bekommen Sie einen ähnlichen Effekt, wenn Sie die Blende ganz schließen. Nur geraten Sie dabei bei Nachtaufnahmen in den Bereich von sehr langen Verschlusszeiten. Das ist eher was für Fotos gegen die tiefstehende Sonne.

Diffraktionsfilter erzeugen Strahlen mit Farbeffekten. Wie beim Sternfilter ist die Wirkung am eindrucksvollsten bei kleinen, hellen Spitzlichtern vor dunklem Hintergrund.

Verlauffilter, auch Chromofilter genannt, sind nur hälftig getönt. Die Färbung verläuft kontinuierlich in die durchsichtige Hälfte. Wir benötigen sie, um einen Bereich des Bildes abzudunkeln. Vor allem in der Dämmerung ist der Himmel um ein Vielfaches heller als der Untergrund. Mit einem Verlauffilter können wir den Himmel abdunkeln und ihm auf Wunsch auch eine andere Farbe geben.

Das Problem ist einzig, dass wir den zu hellen Himmel häufig erst erkennen, wenn wir das Bild in den Fingern halten. Es macht uns Mühe, die Kontraste abzuschätzen, da die Augen den Lichteinfall punktuell regeln und damit vorhandene Kontraste mindern. Die Kamera dagegen muss alle Motivteile gleichzeitig und mit nur einer Blendeneinstellung abbilden. Und das gelingt bei allzu hohen Kontrasten nur unbefriedigend. Außer eben - wenn wir einen Verlauffilter verwenden können.

Weichzeichner finden für Blumen, Landschafts-, Porträt- und Aktaufnahmen immer wieder Verwendung und eignen sich bei entsprechenden Motiven auch für Nachtaufnahmen. Sie reduzieren die Bildschärfe, den Kontrast und die Farbsattheit, bei Gegenlicht entstehen reizvolle Lichthöfe. Insgesamt ergibt sich eine sanfte, romantische Stimmung.

Diese Filter sind in verschiedenen Ausführungen und Stärken erhältlich. Bei langzeitigen Belichtungen können wir gut die Wirkung des Filters vermindern, indem wir ihn vor Ablauf der Verschlusszeit vom Objektiv entfernen.

Bei kühlen Temperaturen können Sie sich auch damit behelfen, die Objektivlinse anzuhauchen. Blicken Sie durch den Sucher, während sich das Glas wieder klärt. Erreicht der Effekt die gewünschte Stärke, drücken Sie auf den Auslöser.

Zuerich_Sternfilter

Canon A1, 28mm, Blende 4.0, ca. 30s (+2). MChrome (Agfa) 100.

Zürich bei Nacht, durch einen vierstrahligen Sternfilter betrachtet.

Diffraktionsfilter

Sigma SA-300N, 35mm, Blende4.5, 1/2s, Agfachrome CTx 100.

Weihnachtsbeleuchtung durch einen Diffraktionsfilter. Durch die bewusst knapp gehaltene Belichtung wird das eigentliche Motiv dunkel gehalten. So kommt die Filterwirkung besser zur Geltung.