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Langzeitfotografie

Langzeitfotografie - fotografieren mit langen Belichtungszeiten

Eine Einleitung, entnommen aus dem Buch »Langzeitfotografie«:

Wussten Sie, dass das Wort »Photographie« »mit Licht zeichnen« bedeutet? Haben Sie aber schon mal ein Bild in einem Bruchteil einer Sekunde gezeichnet? Dabei werden doch die meisten Fotos in einer äußerst kurzen Zeitspanne »geschossen«.

Mit den kurzen Belichtungszeiten entgehen uns jedoch außergewöhnliche Bilder. Lassen wir doch dem Licht mehr Zeit, ein einzelnes Bild auf den Film zu »zeichnen«!

Die »Langzeitfotografie« ist eine alte Praktik, die aber eine Vielfalt an kreativen Effekten erlaubt. Großvaters Aufnahmetechnik, gepaart mit modernen Ideen der Gestaltung, führt uns zu neuen Ufern der Fotografie.

... vor langer, langer Zeit ...

Die erste als Fotografie zu bezeichnende Abbildung stammt von Niépce. Er versah 1826 eine Asphaltplatte mit lichtempfindlichen Substanzen, montierte diese in eine Camera obscura und hielt damit die Aussicht aus einem Fenster fest.

Zwei sich gegenüberliegende Fassaden erscheinen auf dem Bild beide von der Sonne angestrahlt. Anhand der realen Lokalität konnte man nachträglich eine Belichtungszeit von mindestens acht Stunden ermitteln.

Die lange Belichtungszeit war nicht nur erforderlich, weil die Lochkamera lichtschwach war. Sie ergab sich auch durch das extrem unempfindliche Fotomaterial. 1871, als man die Empfindlichkeit bereits um mehrere Zehnerstellen verbessert hatte, war der erste Film mit gerade mal 5DIN erhältlich.

Darum mussten damals bewegte Szenen mit gewaltigen Feuerwerken aus Magnesiumschüsseln festgehalten werden. Und um Bewegungsunschärfen zu vermeiden, wurden den armen Leuten fürs Familienfoto mit Metallgestellen die Köpfe fixiert.

Das Fotografieren mit langen Belichtungszeiten hat damit auch die längste Tradition.

... und heute ...

Während man früher kaum kurze Verschlusszeiten realisieren konnte, ist es heute bei den modernen Kameras und dem vergleichsweise sehr lichtempfindlichen Material manchmal schwierig, lange Verschlusszeiten in Bildern umzusetzen. Fragt man die Leute nach einer Definition der Fotografie, antworten denn auch viele, dass mit ihr die Wirklichkeit eines «Momentes» wiedergegeben wird. Allzu häufig werden nämlich mit dem Fotoapparat nur ultrakurze Zeitabstände erfasst.

... wieder aktuell ...

Dabei hat man der Fotografie nur wieder neue Fesseln angelegt, denn sie kann einiges mehr: der erfasste Moment kann nämlich von Bruchteilen einer Sekunde bis zu mehreren Stunden reichen. Und solch lange Zeitspannen, auf einem einzigen Bild verewigt - fantastisch, nicht? Und ich kann Ihnen versichern, die längeren «Momente» sind die interessanteren!

... auch für Sie

· Sie wollen sich ein neues fotografisches Themengebiet erschließen.

· Sie suchen nach kreativem Neuland.

· Das Außergewöhnliche reizt Sie, Angst vor Verfremdungen kennen Sie nicht.

· Sie wollen mal das Letzte aus Kamera und Film herausholen.

· Sie sind wetterfest und nicht gerade nachtblind.

Dann gibt es nur einen Rat:

Greifen Sie dann zur Kamera, wenn alle sie weglegen! Beginnen Sie zu fotografieren, wenn die anderen damit aufhören!

Vergessen Sie all die Bemerkungen, bei schlechten Lichtverhältnissen seien keine guten Fotos zu machen. Die Anleitung für das richtige Vorgehen haben Sie hier vor Augen. Und mein Versprechen: Sie werden einzigartige Bilder machen!

Bei Nacht zeigt die Fotografie fantastische Möglichkeiten. Ideen, die nur in Ihrer Vorstellungskraft Grenzen finden, werden realisierbar.

Mit einfacher Ausrüstung, aber mit dem richtigen Know how, lassen sich bezaubernde Bilder machen. Und die Motive dafür liegen praktisch vor der Haustür.

· Der biedere Straßenzug gleich um die Ecke verwandelt sich bei Dunkelheit in das interessanteste Fotomotiv.

· Eine gelungene Landschaftsaufnahme bei Mondlicht ist das »ah!« jedes Diavortrages.

· Das Silvesterfeuerwerk wirkt auf dem Foto gar besser als in natura.

· Mit Porträtaufnahmen bei Mond- und Kerzenlicht schmeicheln Sie Ihren Freunden.

· Beweisen Sie mit Ihrer Kamera, dass sich die Erde dreht.

· Gehen Sie mit Blitz und Taschenlampe auf die Straße und kreieren Sie Ihren eigenen fotosurrealistischen Dali.

Langzeitfotografie

Lichtspuren bei Langzeitbelichtungen