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Begriffe

Fotografie - Begriffe zur Langzeitfotografie

Available light (verfügbares Licht)

Englischer Fachausdruck für das vorhandene, nicht durch zusätzliche Lichtquellen ergänzte oder ersetzte Aufnahmelicht. Wenn man von »available light« spricht, meint man meistens, dass dieses vorhandene Licht nicht besonders hell ist, z.B. in der Dämmerung.

"B"-Einstellung

Einstellung für die Verschlusszeiten, bei der der Kameraverschluss so lange geöffnet bleibt, wie der Auslöser gedrückt wird. So können Belichtungszeiten von mehreren Sekunden bis zu Stunden erzielt werden.

Belichtung

In der Fotografie versteht man unter Belichtung das Produkt aus Lichtintensität und Dauer der Lichteinwirkung. Die Lichtintensität wird durch die Blende, die Belichtungsdauer durch den Verschluss gesteuert.

Belichtungsautomatik

Automatische Steuerung der Belichtung durch Koppelung von Blende und/oder Verschluss mit dem eingebauten Belichtungsmesser. Es gibt drei Systeme: Blendenautomatik (Verschlusszeit wird vorgewählt, Blende wird automatisch eingestellt), Zeitautomatik (Blende wird vorgewählt, Verschlusszeit wird automatisch eingestellt) und Programmautomatik (Blende und Verschlusszeit werden von der Kamera automatisch eingestellt).

Belichtungskorrektur

Wenn Sie die Belichtungskorrektur auf +1 (eventuell als x2 bezeichnet) stellen, wird das Bild eine Stufe überbelichtet. Je nach Belichtungsprogramm geschieht das durch eine Verdoppelung der Verschlusszeit, dem Aufblenden um eine Stufe oder beidem je zur Hälfte. -1 (bzw. x0.5) bedeutet eine Unterbelichtung um eine Blendenstufe.

Belichtungsmesser

Gerät zum Messen der Intensität des Lichtes, das auf einen Gegenstand fällt oder von ihm reflektiert wird. Bei den meisten Belichtungsmessern wird der Messwert in Form einer Zeit-Blenden-Kombination angezeigt, die für eine korrekt belichtete Aufnahme erforderlich ist.

Belichtungsmessung

Bei modernen Kameras ist die Matrix- bzw. Mehrfeldmessung üblich. Dabei wird das Sucherbild in einzelne Segmente zerlegt und die Belichtung in jedem Teil separat gemessen. In einem Mikrochip sind Tausende von Aufnahmesituationen mit ihren segmentalen Lichtverteilungen gespeichert. Die Kamera sucht nun unter diesen Daten diejenigen heraus, die den aktuell gemessenen am nächsten kommen und wählt die damit gekoppelten Belichtungswerte.

Die Integralmessung misst die Belichtung über das ganze Sucherbild. Meist handelt es sich um eine mittenbetonte Integralmessung. Bei dieser werden die Lichtverhältnisse in der Suchermitte verstärkt berücksichtigt. Eine Abgrenzung des Messfeldes nach oben reduziert bei Querformat-Aufnahmen den Einfluss des hellen Himmelslichts.

Die Spot- oder Selektivmessung misst nur ein genau definiertes Kreissegment in der Bildmitte an.

Belichtungsreihe

Bei schwierigen Belichtungsverhältnissen wird die richtige Belichtungszeit durch eine Belichtungsreihe "eingekreist": ausgehend von den Messwerten des Belichtungsmessers werden weitere Aufnahmen mit reduzierter oder verlängerter Belichtung gemacht.

Belichtungsspeicherung siehe Messwertspeicher

Belichtungsspielraum

Der Belichtungsspielraum eines Filmes oder Papieres gibt an, in welchem Maße die Belichtung variieren kann, ohne dass die Qualität der Wiedergabe spürbar abnimmt. Der Belichtungsspielraum hängt von der Art der Emulsion ab und ist bei hochempfindlichen Filmen meist größer als bei geringempfindlichen.

Belichtungsstufe

Eine Belichtungsstufe wird mit einer Verdoppelung bzw. Halbierung der Verschlusszeit angegeben: Eine Verschlusszeit von 1/250s ergibt gegenüber 1/125s eine Reduzierung um eine Stufe. Bei den Blendenwerten unterscheidet sich eine Stufe von der nächsten um den Faktor 2: das Abblenden von Blende 4.0 auf Blende 5.6 reduziert die Belichtung um eine Stufe.

Die Belichtungsstufen von Verschlusszeit und Blende sind gleichwertig.

Blende

Vergleichbar mit der Pupille des Auges wird mit der Blende das eintretende Licht mengenmäßig reguliert. Häufigste Form ist die im Objektiv untergebrachte, in Stufen verstellbare Irisblende aus Metall-Lamellen.

Der Blendenwert wird - etwas vereinfacht - berechnet durch:

Linsendurchmesser:Brennweite.

Übertragen heißt das: Je größer die Blendenzahl, desto kleiner die Blendenöffnung.

Eine kleine Blendenöffnung bewirkt eine größere Tiefenschärfe.

Blendenautomatik siehe Belichtungsautomatik

Blitzgerät

Künstliche Lichtquelle, die Licht von kurzer Dauer, aber hoher Intensität abgibt.

Blitzsynchronisation

Synchronisierung von Blitzlicht und Verschluss in der Weise, dass der Verschluss während der Leuchtdauer des Blitzes vollständig geöffnet ist. Bei älteren Kameramodellen meist 1/60s, bei neueren 1/250s oder kürzer. Blitzaufnahmen mit Verschlusszeiten, die kürzer sind als die Synchronisationszeit, sind teilweise unbelichtet.

Camera obscura

Ältester Kameratyp. Anstelle einer Linse dient eine winzige Öffnung zur Bündelung der Lichtstrahlen. Die sich ergebenden hohen Blendenzahlen bedingen lange Verschlusszeiten.

Computer-Blitzgerät

Heute weniger verbreitete Art von Blitzgeräten, bei denen die Messzelle im Gerät selbst eingebaut ist. Diese misst das vom Motiv reflektierte Blitzlicht und reguliert die abzugebende Lichtmenge, indem die Blitzdauer gesteuert wird. Die Lichtmenge richtet sich nach der gewählten Blende (Programmblende), der Distanz zum Motiv, dessen Helligkeit, dem Vorhandensein von reflektierenden Flächen und der Art der Blitzführung (direkt oder indirekt).

Drahtauslöser

Flexibles Kabel, das in den Auslöser geschraubt wird. Es wird hauptsächlich bei Langzeitbelichtungen verwendet, bei denen durch den Druck auf den Auslöser die Kamera erschüttert und damit die Bildschärfe beeinträchtigt werden kann.

Empfindlichkeitssteigerung

Bei der Aufnahme kann eine höhere als die auf der Packung angegebene Filmempfindlichkeit eingestellt werden, wenn der Film empfindlichkeitssteigernd (forciert) entwickelt wird (=pushen).

Den Vorteil der höheren Empfindlichkeit muss man allerdings durch Verluste in der Bildqualität erkaufen.

Farbkorrekturfilter

Filter zur Korrektur kleinerer Farbstiche. Erhältlich in den drei Grundfarben Blau, Grün und Rot sowie in den subtraktiven Farben yellow, magenta und cyan in unterschiedlichen Dichten (05, 10, 20, 30, 40).

Sie sind im Handel zum Beispiel unter der Bezeichnung CC (Color Compensating) von Kodak und AK (Aufnahmekorrekturfilter) von Agfa-Gevaert.

Farbtemperatur

Bezeichnet die Farbqualität einer Lichtquelle. Sie wird in Kelvin (K) angegeben.

Filmempfindlichkeit

Beim Maßsystem der American Standards Association bedeutet eine Verdoppelung der ASA-Zahl eine Verdoppelung der Filmempfindlichkeit Das System der Deutschen Industrie Norm gibt die Verdoppelung der Empfindlichkeit durch ein Zuzählen von 3DIN-Punkten an. Die International Standard Organization vereinigte die obigen Systeme. ISO100/21° bedeutet, dass das Filmmaterial eine Empfindlichkeit von 100ASA = 21DIN besitzt.

Durch die Verwendung eines Films mit doppelter Empfindlichkeit kann die Belichtungszeit um eine Stufe reduziert oder die Blende um eine Stufe weiter geschlossen werden.

Graufilter

Aufnahmefilter zur Verringerung des auf den Film einfallenden Lichtes. Etwa, wenn die Empfindlichkeit des Films für ein bestimmtes Motiv zu hoch ist oder zur Erzielung einer besonders langen Verschlusszeit (z.B. bei Architekturaufnahmen, auf denen umhergehende Personen nicht mit abgebildet werden sollen).

Infrarotlicht

Spektralbereich des Lichtes, der für das menschliche Auge nicht sichtbar ist (Wärmestrahlung). Auf speziell sensibilisierten Filmen sind Aufnahmen in diesem Strahlungsbereich möglich.

IR- oder R-Index

Markierung zur Korrektur der Entfernungseinstellung bei Infrarotaufnahmen. Die Korrektur ist notwendig, weil die Infrarotstrahlen weniger stark gebrochen werden als das sichtbare Licht.

Infrarotfilme

Filme, die für den infraroten Bereich im elektromagnetischen Spektrum empfindlich sind. Erhältlich als Schwarzweiß- oder Farbdiafilm.

Kelvin (K)

Temperaturskala, die beim absoluten Nullpunkt (-273°) beginnt. Dient in der Fotografie zur Angabe der Farbtemperatur von Lichtquellen, die zwischen 2000 und 10000K liegen kann.

Konversionsfilter

Filter, die man bei Farbaufnahmen verwendet, um die Farbtemperatur des Aufnahmelichtes dem Filmmaterial (Tages- oder Kunstlichtfilm) anzupassen.

Kunstlicht-Farbfilm

Farbumkehrfilm, der auf die Farbtemperatur künstlicher Lichtquellen abgestimmt ist. In zwei Typen erhältlich: Typ A für eine Farbtemperatur von 3400K, Typ B für 3200K.

Leitzahl

Gibt Auskunft über die Lichtleistung eines Blitzgerätes. Definiert als Produkt aus Blitzabstand (in m) mal Blendenwert (bei ISO 100/21°).

Lichtstärke

Ist die Angabe der größten Öffnung (Blende) eines Objektives. Angabe in 1:kleinster Blendenwert.

Lochkamera siehe Camera obscura

Messbereich

Ansprechbereich der Belichtungsmesseinrichtung. Bei älteren Kameras z.B. 1/1000 bis 1s, heute sind Bereiche von 1/4000 bis 30s üblich.

Messwertspeicher

Bei vielen Kameras kann durch Drücken einer Taste (meist mit AE-L oder ML bezeichnet) der gemessene Belichtungswert festgehalten werden.

Offenblitzmethode

Art der Blitzlichtaufnahme, bei der bei geöffnetem Verschluss der von Hand ausgelöste Blitz die Beleuchtung übernimmt.

Programmautomatik siehe Belichtungsautomatik

Schwarzschildeffekt

Im Bereich extrem langer und extrem kurzer Verschlusszeiten tritt ein Empfindlichkeitsverlust des belichteten Materials ein, der durch eine Verlängerung der Belichtungszeit oder ein Aufblenden kompensiert werden muss. Bei Farbfilmen sind außerdem Farbabweichungen bemerkbar.

Angaben über das Schwarzschildverhalten von Filmen und Fotopapieren werden von den Herstellern veröffentlicht.

Selektive Messmethode, Spotmessung

Die Belichtung wird nur in einem kleinen, genau definierten Feld der Bildfläche gemessen. Dieses ist bei Autofocus-Kameras meistens als Kreisfläche im Sucherbild gekennzeichnet.

Strobo-Blitz

Blitzgerät mit extrem schneller Blitzfolge. Damit lassen sich Bewegungsabläufe auf einem einzelnen Bild darstellen.

Synchro-Zeit siehe Blitzsynchronisation

"T"-Einstellung

An manchen Kameras vorhandene Verschlusseinstellung für Langzeitbelichtungen. Der Verschluss wird durch Druck auf den Auslöser geöffnet und durch erneutes Niederdrücken wieder geschlossen.

TTL-Messung (Through The Lens)

Bezeichnet die Belichtungsmessung durch das Objektiv einer Kamera. Bei Spiegelreflexkameras ist sie schon lange üblich. Relativ neu (seit den 80er Jahren) ist die Blitzbelichtungsmessung durch das Objektiv (siehe unten).

TTL-Blitzautomatik

Genaueste Blitzautomatik, die mit physikalischen Kniffs während der Aufnahme das vom Objekt reflektierte Blitzlicht auf der Filmebene misst und die Blitzdauer regelt. Das Messsystem der Kamera reguliert dabei das Blitzgerät.

Zeitautomatik siehe Belichtungsautomatik

Zoom-Effekt

Während der Belichtung wird die Brennweite verändert, was Aufnahmen mit zentrischen Strahleneffekten ergibt. Dieser ist abhängig von der Belichtungszeit und der Geschwindigkeit der Zoomverstellung.